Angelika Express, irgendetwas war da doch, „Geh doch nach Berlin“, genau, die Antihymne auf den großen Hauptstadt Hype anno 2003 samt selbstbetitelten Erstling. Nach dem zweiten Langspieler „Alltag für Alle“, diversen EP’s und dem Live Abschiedsalbum „Pornographie“, wurde es jedoch still um die Angelikas. Nach einem kurzen Abstecher in den Bereich Elektropop per Duo „Planetakis“, entschied sich Mastermind Robert Drakogiannakis, das Feld von hinten aufzurollen und den Express auf neue Fahrt zu schicken. Besetzt mit Liveunterstützung via „Bassmädchen Dani und „Schlagzeug-Gott“ Caddy, soll es ohne Plattenfirma, dafür mit Aktionärsgedanken zurück in den Rockolymp gehen. Das Album „Goldener Trash“ steht bereit und alles Weitere erzählen uns die Drei Kölner Liebgeister gleich selbst.
Trotz der personellen Änderungen „ist Angelika Express Angelika Express geblieben“, erläutert Robert die Marschrichtung. „Insbesondere bei unserem neuen Album, ist es glaube ich sogar noch ein Stück weit Angelika Expressiger.“ Bevor die Geschichte jedoch überhaupt zu einem neuen Line-Up führte, empfahl Robert die neuen Tracks des Albums im Wochenturnus seinen Fans auf der Hauseigenen Angelika Express Homepage. „Die Konstellation hat sich erst nach und nach zusammengefunden. Ganz nach dem Gedanken, die Songs müssen auf der Bühne zelebriert werden“, so Robert. Kongeniale Partner habe er dabei gefunden, „um aus dem Spektakel eine formidable Bühnenshow zu zimmern“. Kongenial, diese Bezeichnung benutzt der Angelische Frontmann gerne, wenn es darum geht, der neuen musikalischen Gruppierung einen Überbegriff zu verpassen. Auch wenn Schlagzeuger Caddy sich nur ungern als, kongenial eben, bezeichnen lässt um jeglicher Erwartungshaltung aus dem Weg zu gehen.
„Das Krasse ist ja, es ging alles total schnell, wir hatten kurzeitig noch einen anderen Drummer, der wurde dann aber …ACHTUNG…von „Sascha“ abgeworben und knapp eine Woche später ging es dann schon los“, erklärt Robert und vergisst nicht im gleichen Atemzug „die zweite Wahl“ Caddy, als genialen, Entschuldigung, kongenialen Ersatz zu lobpreisen.
So ist es also passiert und neben der laufenden Tour, steht pünktlich zum Valentinstag der Langspieler „Goldener Trash“ in den Läden der Republik. Robert findet auch hier direkt die richtigen Worte, uns den Titel des Werkes zu erläutern. „Es geht um die Form von Trash, die kein Müll ist, kein Schrott, sondern Gefühle erzeugt. Emotional verwertbarer Müll. Ein Lebensgefühl das aus der Garage, der Beatmusik, dem Punk kommt und sehr emotional beladen ist.“ Es ist direkt, geht nach vorne, „aber besteht nicht aus dem Plastik-Pop-Schrott mit dem man ganz schön zugemüllt wird. Da muss man dann einfach die Feinheiten unterscheiden können“, ergänzt Robert.
Generell wollte sich der Chef vom Express diesmal vollständig von den Zwängen einer Plattenfirma befreien um völlige Kontrolle über sein Produkt zu haben und beschritt zur Verwirklichung dieses Vorhabens ganz neue Wege.
„Im Prinzip ging es darum das Album zu finanzieren, ohne mit einer Plattenfirma zusammen arbeiten zu müssen. Eine solche Zusammenarbeit bedeutet in der heutigen Zeit eigentlich eine Fehlentscheidung, weil Plattenfirmen einfach nicht mehr funktionieren. “ Es galt also eine neue Form zu suchen. Gefunden hat Robert den Lösungsansatz schließlich in Form der Idee einer englischen Band und ließ sich sofort inspirieren. „Ich bin dann auf diese Art Aktienaktion gestoßen, etwas anders strukturiert als bei uns jetzt. Jedenfalls war es aber der Auslöser sich zu fragen, warum macht man nicht auch sowas, gerade weil es Deutschland sowas noch nicht gab.“ Die „Angelika-Aktie“ war geboren und die Reaktionen waren stürmisch. „Alle Leute wollten plötzlich diese Aktie haben, es gab keine Zähigkeit das Umfeld zu belabern nach dem Motto „Hey ist ganz toll, kannste ja mal investieren“. Es wurde einem praktisch aus den Händen gerissen. Jetzt müssen wir halt schauen wie es funktioniert. Im Moment läuft es mit dem medialen Echo sehr gut.“ Um genau zu sein so gut, das selbst das ZDF Börsenmagazin die Band mit einem Bericht zur Aktion belohnte.
Anscheinend wurde also alles richtig gemacht und um die goldene Zukunft der jungen Express Familie nicht zu gefährden, hält sich das gemischte Trio an einen klaren Verhaltenskodex in Sachen interner Liebschaften. „Sobald dies der Fall sein sollte, bezeugt die Geschichte, ist die Band zum sofortigen Scheitern verurteilt“, so Caddy. „ Never fuck the company! Ganz davon abgesehen das der Eine mir zu jung und der Andere zu klein ist“, fügt Dani augenzwinkernd hinzu.
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